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Madrid Masters

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Mutua Madrid Open
ATP Tour
Austragungsort Madrid
Spanien Spanien
Erste Austragung 2002
Kategorie Masters 1000
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Sand
Auslosung 56E/28Q/28D
Preisgeld 8.235.540 
Center Court 12.500 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 17. April 2026
Früheres Logo
Center Court Manuel Santana in der Caja Mágica
Rafael Nadal 2012 auf dem umstrittenen blauen Sand
Eingangsbereich zum Sportkomplex Caja Mágica
Siegertrophäe „Ion Tiriac“ der Madrid Masters bis 2023

Das Madrid Masters (offiziell Mutua Madrid Open; kurz: MM Open) ist ein Herren-Tennisturnier in der spanischen Hauptstadt Madrid und seit 2011 das vierte Turnier der ATP Tour Masters 1000 im Kalenderjahr. Die vorherigen Austragungsorte seit Gründung der Masters Series 1990 waren Stockholm (1990–1994), Essen (1995) und Stuttgart (1996–2001). Diese wurden ebenso wie das Turnier von Madrid 2002–2008 in der Halle auf Hartplatz bzw. Teppich ausgetragen und waren jeweils das achte Masters-Turnier der Saison. Diese Position nimmt seit 2009 das Turnier von Shanghai ein. Madrid liegt auf knapp 700 Metern Höhe, wodurch es als eines der schnellsten Sandplatzturniere gilt, da der Ball weiter fliegt und höher springt.

Von 1972 bis 1994 wurde in der spanischen Hauptstadt bereits ein Herrenturnier auf Sand ausgetragen. 1974 wurde ein Frauenturnier namens Melia Trophy organisiert. Das Madrid Masters wurde 2002 ins Leben gerufen und ersetzte das Stuttgart Masters, das vorletzte Masters der Saison. Es wurde im Oktober in der Madrid Arena auf Hartplatz in der Halle ausgetragen. Dieses Hartplatzturnier dauerte bis 2008. Das Madrid Masters ersetzt das Masters in Hamburg und bekam auch dessen Zeitpunkt im Kalender vor den French Open. Seit 2023 hat es ein Hauptfeld mit 96 Spielern im Einzel sowie 32 Paarungen im Doppel. Damit gehört es zu den wenigen Turnieren die länger als eine Woche dauern. Die Partien werden über zwei Gewinnsätze (Best-of-Three) ausgetragen. Bis 2006 wurden im Finale noch Best-of-Five (über drei Gewinnsätze) gespielt.

Seit am 30. April 1993 Monica Seles während ihrer Viertelfinalbegegnung beim Tennisturnier in Hamburg gegen Magdalena Maleewa von dem psychisch gestörten Günter Parche, einem damals 38-jährigen deutschen Fan ihrer stärksten Kontrahentin Steffi Graf, beim Seitenwechsel mit einem Messer in den Rücken gestochen worden war, stehen beim Seitenwechsel Sicherheitsleute im Rücken der Spieler.

Aufsehen erregte das Madrid Masters mit einer Diskussion über die Farbe des Sandes. Der Turnierbesitzer Ion Țiriac schlug vor, das Turnier – in Anlehnung an die Farbe des Logos des Hauptsponsors Mutua Madrileña, ein spanisches Versicherungsunternehmen, – auf blaufarbigem Sand auszutragen. Er hob zudem hervor, dass die Farbe das Zusehen erleichtere, weil der Ball im Gegensatz zu roten Sandplätzen leichter zu erkennen sei. Dieser Vorschlag stieß zunächst auf wenig Gegenliebe, namhafte Spieler wie Rafael Nadal und Roger Federer sprachen sich gegen den neuen Belag aus.[1] Nichtsdestoweniger fand die Austragung 2012 auf blauem Sand statt. Sowohl Nadal als auch Novak Đoković kritisierten nach ihrem Ausscheiden den Bodenbelag und die Turnierorganisation derart, dass sie für das kommende Jahr einen Boykott androhten, sollte an dem blauen Sand festgehalten werden.[2] Im Folgejahr wurde wieder auf dem herkömmlichen, roten Sand gespielt.

Von 2009 bis 2021 war der ehemalige rumänische Tennisspieler und inzwischen als Geschäftsmann tätige Ion Țiriac Eigentümer der Veranstaltung. Er verkaufte sein Turnier im Jahr 2021 an die Agentur IMG für 390 Millionen Euro.

Seit 2014 finden jährlich die Mutua Madrid Open Sub16 statt, ein Turnier für Juniorinnen und Junioren unter 16 Jahren. Es besteht aus 16 Veranstaltungen an verschiedenen Städten in Spanien und der Finalrunde in Madrid. In jeder Veranstaltung qualifizieren sich ein männlicher Spieler und eine weibliche Spielerin für die Finalrunde, die folglich aus 16 Teilnehmern besteht und während der Mutua Madrid Open ausgetragen wird. Alle Veranstaltungen zählen auch für die nationale Rangliste des spanischen Tennisverbands.[3]

Das Turnier wird seit 2009 auf Sand im Sportkomplex Caja Mágica (deutsch „Magische Kiste“) ausgetragen. Die Caja Magica ist ein mehrstöckiges Open-Air-Gebäude, das drei Stadien beherbergt. Es wurde für die Bewerbung Madrids für die Olympischen Sommerspiele 2020 gebaut, die letztendlich nach Tokio vergeben wurden. Der Centre Court mit einer Kapazität von 12.442 Zuschauern ist nach der spanischen Tennislegende Manuel „Manolo“ Santana und das Stadion 2 mit einer Kapazität von 3.194 Sitzplätzen nach Arantxa Sánchez Vicario benannt, der ersten spanischen Nummer 1 der Tennisweltrangliste. Sie gewann vier Grand-Slam-Titel im Einzel und sechs im Doppel. Das Stadion 3 mit 2.730 Zuschauerplätzen wartet noch auf seine Benennung. Alle drei Stadien verfügen über ein schließbares Dach, so dass das Turnier unabhängig von den Wetterbedingungen stattfinden kann. Die Außenplätze werden bei Regen mit einer Plane abgedeckt. Neben den Stadien existieren eine Tennishalle, ein längliches Gebäude mit 11 Tennisplätzen, sowie ein Tennis Garden, eine Freiluftanlage mit 16 Plätzen. Die untere Ebene der Caja Magica ist ein luftiger Bereich mit Einzelhandelsgeschäfte, Unterhaltungsangeboten, einem Medienzentrum, Getränkebars und Restaurants. Die Anlage wurde vom französischen Architekten Dominique Perrault entworfen.

Bau einer neuen Tennisarena

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In Planung ist der Bau einer neuen Tennisarena mit 8.600 Sitzplätzen als zweitgrößtes Stadion der Anlage. 2021 wurde die Erweiterung von der Stadt Madrid, dem städtischen Unternehmen Madrid Destino und der Madrid Trophy Promotion vereinbart. Der Entwurf stammt ebenfalls von Dominique Perrault, der u. a. auch für das Velodrom in Berlin und den Umbau des Court Suzanne Lenglen mit einem schließbaren Dach für die French Open in Paris verantwortlich war. Die geplanten Kosten von 29 Millionen Euro werden zu gleichen Teilen von der Stadt und der Madrid Trophy Promotion gedeckt. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2028 soll die Tennisanlage über mehr als 26.000 Plätze verfügen.[4]

Trainingscourt im Bernabéu Stadion

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2026 stand ein zusätzlicher Trainingscourt im Bernabéu Stadion, dem Heimstadion Real Madrids zur Verfügung.[5] Dies ist durch eine Konstruktion möglich, womit der Fußballrasen ganz oder teilweise in ein unterirdisches Lager, namens Hypogäum, eingefahren werden kann. Dadurch sind auch andere Veranstaltungen als Fußballspiele im Stadion möglich. Dieser unterirdische Raum ist vollständig klimatisiert und mit der nötigen Beleuchtung sowie Bewässerungsanlagen ausgestattet, um das Fußballfeld beherbergen zu können.[6]

Siegertrophäen

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Das Turnier hat beschlossen, jedes Jahr eine neue Siegertrophäe zu verleihen.

Der Rekordsieger im Einzel ist mit fünf Siegen Rafael Nadal, im Doppel konnten die Zwillinge Bob und Mike Bryan sowie Daniel Nestor fünfmal triumphieren. Alle vier Spieler gewannen das Turnier sowohl auf Hartplatz als auch auf Sand.

Jahr Sieger Finalgegner Finalergebnis
2026  Jannik Sinner  Alexander Zverev 6:1, 6:2
2025  Casper Ruud  Jack Draper 7:5, 3:6, 6:4
2024  Andrei Rubljow  Félix Auger-Aliassime 4:6, 7:5, 7:5
2023  Carlos Alcaraz (2)  Jan-Lennard Struff 6:4, 3:6, 6:3
2022  Carlos Alcaraz (1)  Alexander Zverev 6:3, 6:1
2021  Alexander Zverev (2)  Matteo Berrettini 6:78, 6:4, 6:3
2020 Absage aufgrund der COVID-19-Pandemie
2019  Novak Đoković (3)  Stefanos Tsitsipas 6:3, 6:4
2018  Alexander Zverev (1)  Dominic Thiem 6:4, 6:4
2017  Rafael Nadal (5)  Dominic Thiem 7:68, 6:4
2016  Novak Đoković (2)  Andy Murray 6:2, 3:6, 6:3
2015  Andy Murray (2)  Rafael Nadal 6:3, 6:2
2014  Rafael Nadal (4)  Kei Nishikori 2:6, 6:4, 3:0 aufgg.
2013  Rafael Nadal (3)  Stan Wawrinka 6:2, 6:4
2012  Roger Federer (3)  Tomáš Berdych 3:6, 7:5, 7:5
2011  Novak Đoković (1)  Rafael Nadal 7:5, 6:4
2010  Rafael Nadal (2)  Roger Federer 6:4, 7:65
2009  Roger Federer (2)  Rafael Nadal 6:4, 6:4
2008  Andy Murray (1)  Gilles Simon 6:4, 7:66
2007  David Nalbandian  Roger Federer 1:6, 6:3, 6:3
2006  Roger Federer (1)  Fernando González 7:5, 6:1, 6:0
2005  Rafael Nadal (1)  Ivan Ljubičić 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 7:63
2004 Marat Safin  David Nalbandian 6:2, 6:4, 6:3
2003  Juan Carlos Ferrero  Nicolás Massú 6:3, 6:4, 6:3
2002  Andre Agassi  Jiří Novák kampflos
Jahr Sieger Finalgegner Finalergebnis
2026  Harri Heliövaara
 Henry Patten
 Guido Andreozzi
 Manuel Guinard
6:3, 3:6, [10:7]
2025  Marcel Granollers
 Horacio Zeballos
 Marcelo Arévalo
 Mate Pavić
6:4, 6:4
2024  Sebastian Korda
 Jordan Thompson
 Ariel Behar
 Adam Pavlásek
6:3, 7:67
2023  Karen Chatschanow
 Andrei Rubljow
 Rohan Bopanna
 Matthew Ebden
6:3, 3:6, [10:3]
2022  Wesley Koolhof
 Neal Skupski
 Juan Sebastián Cabal
 Robert Farah
6:74, 6:4, [10:5]
2021  Marcel Granollers
 Horacio Zeballos
 Nikola Mektić
 Mate Pavić
1:6, 6:3, [10:8]
2020 Absage aufgrund der COVID-19-Pandemie
2019  Jean-Julien Rojer (2)
 Horia Tecău (2)
 Diego Schwartzman
 Dominic Thiem
6:2, 6:3
2018  Nikola Mektić
 Alexander Peya
 Bob Bryan
 Mike Bryan
5:3 aufgg.
2017  Łukasz Kubot
 Marcelo Melo
 Nicolas Mahut
 Édouard Roger-Vasselin
7:5, 6:3
2016  Jean-Julien Rojer (1)
 Horia Tecău (1)
 Rohan Bopanna
 Florin Mergea
6:4, 7:65
2015  Rohan Bopanna
 Florin Mergea
 Marcin Matkowski
 Nenad Zimonjić
6:2, 6:75, [11:9]
2014  Daniel Nestor (5)
 Nenad Zimonjić (2)
 Bob Bryan
 Mike Bryan
6:4, 6:2
2013  Bob Bryan (5)
 Mike Bryan (5)
 Alexander Peya
 Bruno Soares
6:2, 6:3
2012  Mariusz Fyrstenberg (2)
 Marcin Matkowski (2)
 Robert Lindstedt
 Horia Tecău
6:3, 6:4
2011  Bob Bryan (4)
 Mike Bryan (4)
 Michaël Llodra
 Nenad Zimonjić
6:3, 6:3
2010  Bob Bryan (3)
 Mike Bryan (3)
 Daniel Nestor
 Nenad Zimonjić
6:3, 6:4
2009  Daniel Nestor (4)
 Nenad Zimonjić (1)
 Simon Aspelin
 Wesley Moodie
6:4, 6:4
2008  Mariusz Fyrstenberg (1)
 Marcin Matkowski (1)
 Mahesh Bhupathi
 Mark Knowles
6:4, 6:2
2007  Bob Bryan (2)
 Mike Bryan (2)
 Mariusz Fyrstenberg
 Marcin Matkowski
6:3, 7:64
2006  Bob Bryan (1)
 Mike Bryan (1)
 Mark Knowles
 Daniel Nestor
7:5, 6:4
2005  Mark Knowles (3)
 Daniel Nestor (3)
 Leander Paes
 Nenad Zimonjić
3:6, 6:3, 6:2
2004  Mark Knowles (2)
 Daniel Nestor (2)
 Bob Bryan
 Mike Bryan
6:3, 6:4
2003  Mahesh Bhupathi
 Maks Mirny
 Wayne Black
 Kevin Ullyett
6:2, 2:6, 6:3
2002  Mark Knowles (1)
 Daniel Nestor (1)
 Mahesh Bhupathi
 Maks Mirny
6:3, 5:7, 6:0
Commons: Madrid Open – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Ben Rothenberg: Even Four Years Later, Bad Feelings Linger Over the Blue Clay in Madrid. In: New York Times. 7. Mai 2016, abgerufen am 18. Dezember 2023 (englisch).
  2. Tiriac reagiert auf Nadals Boykott-Drohung. In: Der Spiegel. 11. Mai 2012, abgerufen am 18. Dezember 2023.
  3. Normativa - Mutua Madrid Open. In: mutuamadridopen.com. 27. Januar 2023, abgerufen am 29. April 2025 (spanisch).
  4. Owen Lloyd: New arena set for Madrid Open’s Caja Mágica. In: thestadiumbusiness.com. 23. April 2025, abgerufen am 29. April 2025 (englisch).
  5. Bernabeu to become a Mutua Madrid Open tennis court, Madrid Open, 27. März 2026. Abgerufen am 22. April 2026.
  6. ATP Madrid: Bernabéu wird zum Tennis-Tempel fürs Masters - unglaubliche Transformation im Stadion von Real Madrid. In: eurosport.com. 24. April 2026, abgerufen am 24. April 2026.